| KLEINE
ZEESENKUNDE
Zeesenboote waren ursprünglich Fischereifahrzeuge. Und so leitet
sich ihr Name denn auch von der Zeese, einem speziellen Fangnetz ab. Dieses
Schleppnetz wurde seitlich am Boot ausgebracht, mit zwei Driftleinen an
Bug und Heck des Bootes befestigt. Das Schwert des Bootes wurde aufgeholt,
die Segel dichtgezogen und das Boot trieb, "driftete", quer
vor dem Wind über den Bodden - die Drift.
Fünf
Segel kann ein Zeesboot führen - Klüver und Fock, das Großsegel,
das Gaffeltopsegel und schließlich der Besan auch Bulle genannt.
Sind alle gesetzt, kommen die Zweimaster gut und gern auf 100qm Segelfläche.
Die traditionelle braune Färbung der Segel erinnert an die Zeit,
als noch Baumwolle oder Leinen als Segeltuch Verwendung fanden - Materialien,
denen die Feuchtigkeit ihres Umfeldes oft zusetzte. Um die Segel zu imprägnieren
und ihnen somit eine längere Haltbarkeit zu geben, wurden sie in
einem speziellen Gemisch aus ausgekochter Eichenrinde, Öl, Fett,
Holzteer und Ochsenblut, später Ockererde, getränkt. Lohen heißt
dieses Verfahren.
Ein echtes
Erlebnis sind die Zeesenbootregatten, die den Sommer über in verschiedenen
Hafenorten der Boddenküste stattfinden.
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